Sage hat seine neue ERP-Lösung für die Cloud, die Office Line 365, vorgestellt. Im Interview sprach Peter Dewald, Geschäftsführer von Sage, über das neue Produkt und welche Chancen die CeBIT für das Unternehmen bietet.

CW: Welche neuen Produkte stellt Sage auf der CeBIT vor und was bedeutet die Messe für das Unternehmen?

Dewald: Wir bieten Unternehmenssoftware für kleine und mittelständische Betriebe an und sind im Bereich ERP Marktführer. Die CeBIT bietet uns die Chance, Neukunden anzusprechen und neue Lösungen sowie Ergänzungen für die Branchenteilnehmer vorzustellen. Diesmal präsentieren wir Lösungen aus dem Einstiegs- und Mittelstandsbereich, also für Unternehmen mit zehn bis 150 Mitarbeitern. Hier präsentieren wir unterschiedliche Produkte im ERP-Bereich, die spezifisch auf die Kundenansprüche zugeschnitten sind.

CW: Wo liegt ihr Produkt-Schwerpunkt?

Dewald: Wir haben ein großes Portfolio an Produkten und rund 250.000 Kunden in Deutschland. Damit haben wir uns eine stabile Basis geschaffen. Dazu gibt es Ergänzungen etwa im Bereich Mobility. Unsere Office Line 365 soll auch für Mitarbeiter verfügbar sein, die vom Home Office oder unterwegs arbeiten.

CW: Das Motto der CeBIT lautet dieses Jahr „Managing Trust“. Wie geht Sage mit dem Thema Sicherheit um?

Dewald: Grundsätzlich erfüllt die Unterbringung der Daten in einem Rechenzentrum schon ganz andere Sicherheitsbedingungen als in einem unternehmenseigenen Serverraum. Dazu zählen Ausfallsicherheit, Brandsicherheit sowie Zugriffssicherheit. Ich halte die Annahme, dass die Daten in einem Rechenzentrum nicht sicher sind, für übertrieben. Gleichzeitig ist aber der Zugriff und der Ausschluss Unbefugter ein Thema. Dafür arbeiten wir einerseits mit einer SSL-Verschlüsselung. Andererseits haben wir einen externen Audit durch Spezialfirmen initiiert. Diese spielen prekäre Situation durch, bei dem sie die Architektur und die Layer der Data Center anschauen. Sie attackieren dabei das System, um Angriffe in der Zugriffslogik zu verhindern und Schwachstellen auszumachen.

CW: Sie haben für 2013 ein neues Cloud-Angebot angekündigt. Wie sieht dieses Produkt konkret aus?

Dewald: Das werden wir genauer beschreiben, wenn es auf den Markt kommt. Zurzeit geht es uns um unsere aktuelle Produktpalette, etwa in Form der Office Line 365. Im Bereich ERP gibt es kein vergleichbares Angebot von einem der namhaften Hersteller. Wir sind mit der Office Line 365 früh am Markt und haben im Gespräch mit den Kunden ein passendes Angebot entwickelt.

CW: Warum hat Sage eine Studie zum Thema „Zukünftige Arbeitswelten“ gemacht?

Dewald: Für uns ist es interessant, herauszufinden, wie sich die Arbeitswelt verändert. Unsere traditionellen Kunden laufen nicht jedem neuen Trend sofort hinterher. Wir wollten daher wissen, was tut sich am Markt und unsere Einschätzung ist, dass sich sehr viel tut. Also haben wir die Studie gemacht, um konkrete Daten zu bekommen. Diesen Trends wollen wir rechtzeitig mit unserer Benutzeroberfläche und neuen Ansätzen begegnen.

CW: Was verspricht sich Sage von der Umfrage?

Dewald: Wenn man sich klassische Studien anschaut, werden häufig die Hersteller von Cloud-Lösungen oder die Unternehmen befragt. Aber die Enduser kommen in diesen Studien nicht vor. Uns hat einfach interessiert, was der Benutzer dieser Produkte möchte und welche Anforderungen er stellt. Also wie und wo er damit arbeiten will. Beispielsweise können die Mitarbeiter mit unserer ERP-Lösung auch im Home Office oder unterwegs Lohnabrechnungen machen. Damit muss aber auch der Service 24 Stunden am Tag funktionieren und für den Kunden verfügbar sein.

CW: Ihre Studie zeigt eine gewisse Skepsis gegenüber dem Thema „Bring your own Device“. Woher kommt dieser zögerliche Umgang in den Unternehmen und bei den Mitarbeitern?

Dewald: Wenn ich die Frage an IT-Spezialisten stelle, dann bekomme ich als Antwort, dass die Komplexität schwer zu handhaben ist. Sie müssen Support-Möglichkeiten schaffen. Sie müssen den Zugriff auf interne Systeme sicher gestalten. Sie müssen die Datensicherheit bewahren. Dann lagern Firmen eventuell Daten aus, auf die man nicht einfach mit externen Geräten zugreifen kann. Die Firmen müssen erst alle Sicherheitsaspekte im Vorfeld klären, um die Möglichkeit von Bring your own Device zur Verfügung zu stellen.

Der Artikel wurde am 09. März 2012 auf COMPUTERWOCHE.de publiziert.