Als Georg Friedrich Händel 1717 die drei Suiten für seine „Wassermusik“ komponierte und Englands König Georg I. vorspielte, soll dieser sichtlich angetan gewesen sein. Allerdings dürften Komponist und König nicht damit gerechnet haben, dass dreihundert Jahre später eine US-amerikanische Firma Geräte entwickelt, die den Titel seines Werks wortwörtlich nimmt. Finis entwirft seit 20 Jahren Gadgets, die sich vor allem an Wassersportler richten.

Wie das Vorgängermodell SwiMP3 2G ist Neptune ein MP3-Player, der unter Wasser Musik abspielt. Auch die Umsetzung ist ähnlich: Die Kopfhörer sind so konzipiert, dass sie die menschlichen Schädelknochen (Bone Conduction) für die Übertragung der Schallwellen verwenden. Laut Finis erreichen sie auf diese Weise einen besseren Sound unter Wasser.

Das Gadget soll bis zu drei Metern Tiefe wasserdicht sein und bietet vier Gigabyte Speicher für gängige Audio-Formate (MP3, AAC, WMA). Ein OLED-Screen zeigt das abgespielte Lied an. Die Energie für Neptune kommt von einem integrierten Lithium-Ionen-Akku, der nach Angaben des Herstellers bis zu acht Stunden bei voller Ladung ausreicht. Die Musik wird mit Hilfe eines goldverstärkten Adapters vom Notebook oder Desktop-PC auf die MP3-Player übertragen.

Aussehen und Funktionen überzeugten die Jury des Red Dot Design Award, die ihn 2013 zu einem Sieger kürten. Wer das Gerät nutzen möchte, klemmt es an eine Schwimmbrille. Die Kopfhörer befinden sich direkt auf den Wangenknochen. Ob Neptune allerdings auch über Wasser richtig funktioniert, teilt Finis nicht mit. Bereits der Vorgänger SwiMP3 2G zeigte hier Schwächen. Wen die Idee dennoch überzeugt, erfährt weitere Details auf der Website von Finis. In Deutschland ist das Gadget etwa bei Amazon für rund 73 Euro erhältlich.

Der Artikel wurde am 03. Juni 2013 auf COMPUTERWOCHE.deFinis Neptune publiziert.