Als Tony Fadell und Matt Rogers 2010 die Nest Labs gründeten, war es ihr Ziel, die Automatisierung von Haushaltsgeräten zu revolutionieren. Ihr erstes Produkt war ein Thermostat, das die Wärmezufuhr der Heizung automatisch regelt. Allerdings war das Heizungsthermostat vor allem für die Nutzung in US-Gebäuden optimiert und in Europa eher unzweckmäßig. Mittlerweile hat das im Januar 2014 von Google übernommene Unternehmen seine Produktpalette ausgebaut und unter anderem einen smarten Rauchmelder im Angebot.

Nest Cam mit Nachtsichtmodus

Die zweite Generation von Nest Protect wurde diese Woche zusammen mit der Nest Cam vorgestellt. Vor allem die Kamera erhielt viel Aufmerksamkeit, denn sie bietet die Möglichkeit, Bilder in Echtzeit auf das Smartphone zu übertragen und hat einen integrierten Nachtsicht-Modus. Beide Funktionen sollen die Überwachung von Wohnräumen ermöglichen, ist mal niemand zu Hause.

Die Entwicklung von Nest Cam ist das erste fruchtbare Ergebnis der Übernahme von Dropcam, einem Startup, das Sicherheitskameras entwickelte. Mit der 550-Millionen-Dollar-Akquisition sicherte sich Nest das Know-how von Dropcam und ließ dies in die Nest Cam einfließen. So kann das Gadget Videos in 1080p bei einer Bildfrequenz von 30 fps aufzeichnen. Der Blickwinkel der Aufzeichnung beträgt 130 Grad.

Nest Protect soll zehn Jahre durchhalten

Der heimliche Star der Produktpräsentation am Mittwoch ist aus meiner Sicht aber Nest Protect. Der smarte Rauchmelder wurde in der zweiten Version deutlich überarbeitet und ist laut Nest elf Prozent kleiner als die erste Generation.


Vor allem bei der Lebensdauer hat Nest an den Stellschrauben gedreht, denn der elektrochemische Kohlenmonoxid-Sensor soll nun bis zu zehn Jahre durchhalten. Betreibt man Nest Protect mit Batterien, sollen diese für fünf Jahre Energie liefern, bevor sie ausgewechselt werden müssen. Bei der Herstellerangabe sollte allerdings berücksichtigt werden, dass die Ausdauer letztlich von der individuellen Nutzung der angebotenen Funktionen abhängt.

Nest wirbt außerdem mit dem sogenannten Split-Spektrum-Sensor, der Feuer und Rauchentwicklung deutlich schneller erkennen und melden soll. Daneben verspricht der Automatisierungsspezialist, dass sich Protect vollständig selbst überwacht. Dieses Feature führt unter anderem dazu, dass der Rauchmelder Selbsttests macht.

Um mit Nest Protect zu kommunizieren, muss das Gerät mit dem heimischen WLAN-Netzwerk verbunden werden. Die Einrichtung von einem oder mehreren Rauchmeldern erfolgt über die iOS-App Nest Mobile. Nachdem die App auf dem Apple iPhone oder iPad installiert ist, muss man einen QR-Code, der sich auf Protect befindet, scannen. Ist das iPhone per WLAN verbunden, kann Nest Protect für das gleich Netzwerk konfiguriert werden. Hierfür ist lediglich die Eingabe des SSID-Schlüssels (WLAN-Passwort) innerhalb der App nötig. Anschließend ist der Rauchmelder mit dem Netz verbunden. Hat man mehrere Protect installiert, kommunizieren diese im Notfall auch ohne drahtlose Netzwerkverbindung untereinander. Möglich macht das die Funktion Next Interconnect.

Anmeldung bei Nest erforderlich

Um auch von unterwegs auf die Daten von Nest Protect zugreifen zu können, muss sich der Besitzer allerdings bei Nest registrieren und ein Benutzerkonto anlegen. Ist das Benutzerkonto eingerichtet, erhält man nach dem Öffnen der App eine Echtzeit-Statusmeldung, ob alles ok ist oder ob es zum Beispiel eine ungewöhnliche Rauchentwicklung in der Wohnung gibt.

Weitere Smart-Home-Gadgets

Damit Nest Protect nicht bei zu viel Wasserdampf Alarm schlägt, bietet das Gadget eine automatische Wasserdampferkennung. Daneben sorgt die Heads-Up-Funktion dafür, dass der Besitzer vorgewarnt wird, wenn es einen leichten Rauch- oder Kohlenmonoxid-Anstieg gibt. Damit soll verhindert werden, dass Nest Protect bei jeder kleineren Rauchentwicklung Alarm schlägt.

Aktuell wird Nest Protect über keinen deutschen Händler vertrieben. Wer den Rauchmelder erwerben möchte, muss den Umweg über den Nest Online-Store gehen. Dort kostet das Gerät 99 US-Dollar pro Stück. Weitere Informationen zu Protect erhalten Interessierte auf der Website von Nest.