Das Jahr 2012 ist voller sportlicher Höhepunkte. Ob Fußball-EM oder Olympische Spiele, für viele sind die Wettkämpfe Ansporn, auch selbst wieder aktiver zu werden. Damit Sportler ihre Leistungen und Fortschritte ständig im Blick behalten können, gibt es elektronische Unterstützung.

Laufende Verbesserung

Der Sportartikelhersteller Nike etwa bietet verschiedene Gadgets für Jogger an. Mit dem Nike+ Sportband 2 kann man sich zum Beispiel permanent über aktuelle Trainingseinheiten informieren. Insgesamt vereint das schlicht gehaltene Gerät im Armband-Look fünf Grundfunktionen: Schritt- und Kalorienzähler sowie Tempo-, Zeit- und Herzfrequenz-Messung, wofür Jogger allerdings den Bluetooth-Brustgurt Wearlink+ von Polar tragen müssen.

Zum Sportband gehört ein spezieller Sensor, der, in den Laufschuh eingesetzt, die Schrittfrequenz misst und drahtlos an das Armband sendet. Die Informationen lassen sich insgesamt für 30 Laufstunden speichern. Laut Nike hält der integrierte Lithium-Polymer-Akku bei einer täglichen Nutzung von einer Stunde bis zu drei Wochen. Über eine USB-Schnittstelle lassen sich die Daten mit dem Notebook oder Heim-PC synchronisieren. Voraussetzung ist die kostenlose Software Nike+ Connect, die es für Windows und Mac gibt. Zudem bietet Nike einen Online-Service für das Speichern und den Vergleich von Trainingsfortschritten an.

Wer keine 60 Euro für das Gadget ausgeben möchte, sollte sich die kostenlose Nike+-Running-App ansehen. Das Programm ist für Apple- und Android-Smartphones verfügbar und zeichnet Strecke, Tempo, Dauer und verbrannte Kalorien mit Hilfe von GPS auf. Ergebnisse und Laufentwicklung lassen sich während der Trainingseinheit bei Facebook oder der sozialen App Path posten. Nett ist ein akustischer Anfeuerungsruf, der erschallt, sobald Freunde den „Gefällt-mir“-Button drücken oder einen Kommentar abgeben. Als Motivationshilfe können Jogger einen Powersong aktivieren, sobald sie eine neue Bestleistung erreicht haben.

Auf Schritt und Tritt dabei

In eine etwas andere Richtung geht der Fitbit Ultra Tracker, der jede Geh- und Laufbewegung aufzeichnet. Das Gadget in Form eines USB-Sticks wird in die Hosentasche gesteckt oder am Gürtel befestigt. Der kabellose Zähler misst mit Hilfe eines 3D-Bewegungssensors alle Schritte und die zurückgelegte Strecke. Auf einem Display zeigt der Tracker die verbrannten Kalorien an. Ein Höhenmesser registriert zudem die bewältigten Stockwerke. Um dem Benutzer einen umfassen Überblick über seine Aktivitäten zu geben, speichert das Gadget auch Sitzgewohnheiten oder aufgenommene Kalorien und überwacht die Schlafgepflogenheiten.

Die Verbindung zu einem Mac- oder Windows-Rechner erfolgt automatisch über Bluetooth, sobald man sich im Umkreis von fünf Metern zum Computer aufhält. Zudem bietet ein Online-Tool auf Fitbit.com die Möglichkeit, hochgeladene Daten grafisch darzustellen. Wer will, kann sich mit dessen Hilfe einen Trainingsplan aufstellen oder seinen Bewegungsindex mit anderen Nutzern vergleichen. Mit Hilfe einer App für Apple- oder Android-Devices können die Ergebnisse statistisch ausgewertet werden. Der Fitbit Ultra Tracker ist mit einem Preis von 100 Euro etwa bei Amazon allerdings kein Schnäppchen.

Legale Hilfsmittel fürs Rad

Wer nicht nur gerne joggt, sondern auch mal aufs Fahrrad steigt, könnte sich eines Head-Up-Displays (HUD) bedienen – eine Technik, die vom Militär bekannt ist. Das kanadische Unternehmen 4iiii hat für Läufer wie Fahrradfahrer Sportiiiis im Repertoire. Der Aufsatz wird an der Unterseite einer Sonnenbrille befestigt. Für die Leistungsüberwachung sorgen sieben farbige LEDs. Daten wie Herz- und Schrittfrequenz, Pulsschlag, Geschwindigkeit und Beschleunigung stellt das Display jeweils durch ein aufblinkendes Leuchten dar.

Da mittlerweile zahlreiche Sportmessgeräte mit ANT+ ausgestattet sind, einer vor allem im Sport verwendeten Nahfunktechnik für Brustgurte oder Fahrradsensoren, ist die Verbindung beispielsweise mit einem Pedometer oder einer Pulsuhr laut Hersteller kein Problem. Aus diesem Grund bietet 4iiii etwa einen zusätzlichen Radsportsensor für 59 Dollar (rund 48 Euro) an. Ein kleiner Prozessor im Inneren des Head-up-Displays verarbeitet die Daten und gibt das vorkonfigurierte LED-Signal wieder. Mit einer Software für Mac und Windows lassen sich die Lämpchen trainingsspezifisch anpassen. Das Gerät kostet bei 4iiii 150 Dollar und ist bei Ebay für rund 136 Euro inklusive Versandgebühr erhältlich.

Ohne umfangreiches Zusatzequipment kommt die kostenlose App Sports Tracker aus. Das kleine Programm ist für iOS, Android und Windows erhältlich und wurde für mehrere Outdoor-Sportarten entwickelt. So bekommen etwa Fahrradfahrer einen Überblick über die zurückgelegte Route, die Gesamtstrecke und ihre Geschwindigkeit. Mit Hilfe von GPS können Sportler ihre Strecke auf einer Karte verfolgen und verbleibende Zeit, Entfernung beziehungsweise Schritte errechnen. Interessant ist auch die Darstellung verbrannter Kalorien und der Durchschnittsgeschwindigkeit. Wer seine Herzfrequenz im Auge behalten möchte, kann die Applikation mit einem kompatiblen Brustgurt verbinden. Eine Kalenderfunktion hilft bei der Überwachung von Trainingsergebnissen.

Professionelles Equipment

Radfahrer, die einen professionellen Fahrradcomputer bevorzugen, sind zum Beispiel bei Garmin an der richtigen Adresse. Zu den Funktionen des Edge 800 gehören eine integrierte Basiskarte und GPS-Navigation, so dass man neben der Geschwindigkeit und Position auch Höhenunterschiede bei Bergtouren ablesen kann. Das Gerät ist in fünf Varianten erhältlich, wobei sich der Lieferumfang je nach Paket unterscheidet. So bietet die Schwarzweiße Version lediglich den Edge 800 mit Halterung, ein Netzladegerät für das Lithium-Ionen-Akku und ein USB-Kabel. Wer eine Topo-Karte Deutschland 2010 oder TransAlpin haben möchte, muss zum Grundpreis von 399 Euro noch einmal zusätzlich 100 Euro investieren.

Das Gadget in der Blauen Version beinhaltet zusätzlich einen Herzfrequenz-, Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensor. Wahlweise lässt sich zudem eine City-Navigator-Straßenkarte für Europa installieren, was im Gesamtpaket bereits 529 Euro kostet. Dafür hat der Fahrradcomputer einen Touchscreen und ist laut Garmin wasserdicht sowie erschütterungsresistent. Über den Online-Service Garmin Connect lassen sich Routen anderer Radsportler auf den Edge 800 herunterladen. Um die eigene Leistung regelmäßig zu verbessern, ist die Anwendung Virtual Partner nützlich, da sie Zielgeschwindigkeit und tatsächliche Geschwindigkeit vergleicht. Außerdem lässt sich ein Trainingsplan aufstellen, indem etwa Fahrten auf der gleichen Route verglichen werden.

Multifunktionaler Helfer

Nicht nur Joggen und Fahrradfahren stehen im Sommer hoch im Kurs, sondern auch die Bewegung im kühlen Nass. Mit dem Hydro Tracker GPS von Finis lassen sich nun auch Routen im Wassersport überprüfen. Wie der Name bereits verrät, hat das Gadget einen GPS-Tracker, der sich vor allem in offenen Gewässern anbietet. Damit der Schwimmer sein Training genauer planen kann, arbeitet das Gerät mit dem von Finis entwickelten Online-Service Streamline Log zusammen. Hierüber lässt sich eine Karte mit den geschwommenen Strecken sowie zum Beispiel mit Statistiken über die Geschwindigkeit oder die benötigte Zeit anzeigen.

Wer möchte, kann seine Daten als CSV-Datei exportieren oder bei Facebook und Twitter posten. Besonders praktisch: Der Hydro Tracker GPS lässt sich zweckentfremden, da er etwa auch im Lauf- und Radsport oder für Wandertouren einsetzbar ist. Nach Angaben des Herstellers hält der integrierte Akku je nach Nutzung zwischen acht und 16 Stunden. Bei Amazon ist das Gadget für 154 Euro erhältlich.

Messgerät für Höchstleistungen

Für Athleten, die Höchstleistungen bei einem Triathlon erreichen möchten, hat Polar den RCX5 im Angebot. Das Messgerät im Uhrendesign bietet Funktionen wie Herzfrequenz- oder Zeitmessung. Zudem soll das Gadget etwa mit dem ZoneOptimizer helfen, die richtige Trainigsintensität zu erreichen. Dabei lässt sich für Laufen, Schwimmen und Radfahren jeweils ein individuelles Profil konfigurieren, so dass der Triathlet je nach Sportart die Funktionen umschalten kann.

Der RCX5 bietet unter anderem einen Trittfrequenzmesser, der sich für zwei Fahrräder konfigurieren lässt. Die Geschwindigkeitsfunktion errechnet die Distanz mit Hilfe von GPS und teilt über den sogenannten Speedpointer vorgeschriebene Geschwindigkeitsgrenzwerte mit. Auch Polar bietet unter Polarpersonaltrainer.com einen eigenen Service im Internet an, mit dem sich Trainingspläne zusammenstellen lassen. Die Lebensdauer des Akkus gibt Polar mit acht bis elf Monate an. In der Grundausstattung kostet der Polar RCX5 stolze 290 Euro.

Der Artikel wurde am 20. Juli 2012 auf COMPUTERWOCHE.de publiziert.